Parteienspektrum in Deutschland

„Was soll ich wählen?“ - „Welche Partei ist die richtige für mich?“ - Diese Fragen stellt sich jeder, wenn die Bürgerschafts- oder Bundestagswahlen wieder anstehen. Dabei will jeder Wähler, dass ihn eine Partei vertritt, die auch seinen Wertvorstellungen entspricht. Somit ist es für den Wähler auch relevant, wo die Parteien im Parteienspektrum einzuordnen sind.

 

Die Parteien, die in Deutschland im Parlament vertreten sind, lassen sich auf der allgemein bekannten „Links- Rechts- Skala“ in einen bestimmten Bereich einordnen. Dabei stellt man sich die Frage, wo und wieso die Parteien dort liegen und was diese Bereiche  ausmachen.

Diese Bereiche kann man im Allgemeinen in den „sozialistischen“, den „liberalen“ und den „konservativen“ Bereich aufteilen.

 

Zunächst schauen wir uns die Sozialdemokratische Partei Deutschland (SPD) an. Die SPD kann man in den Mitte-links Bereich der Skala, also in den sozialdemokratischen Bereich, einordnen, da die SPD typische, linke Themen, wie beispielsweise soziale Gerechtigkeit und die immer größer werdende Schere zwischen arm und reich, anspricht. 

Jedoch beinhalten ihre Lösungsvorschläge meist eine Benachteiligung der reicheren Bevölkerung, welche von anderen Parteien kritisiert wird.

Die extremste Form des linken Flügels ist der Kommunismus, der auch zum Teil als linksextrem definiert wird. Diese wird aber auch von vielen Politikern aufgrund der wirtschaftlichen Komponente, der sogenannten „Planwirtschaft“, abgelehnt. Hierbei sind die Grundvorstellungen, dass es kein Einzelbesitz mehr gibt, sondern, dass alles dem ganzen Volk gehört. Dies beinhaltet eine Verstaatlichung der Unternehmen und Fabriken und eine politische und wirtschaftliche Gleichberechtigung eines jeden Menschen.

 

Neben den linken Parteien gibt es noch die „Liberalen“, die sich in die Mitte der Skala einordnen lassen. Hierbei wird sich mehr auf die Wirtschafts- und Bürgerfreiheit gegenüber dem Staat konzentriert. Beispielsweise ist eine Grundidee des Liberalismus, dass der Staat möglichst wenig in die Wirtschaft eingreift und den Unternehmen es erlaubt, sich offen auszubauen. Zudem verlangen sie selbiges für den Bürger an sich und fordern die allgemeine Gleichheit aller Menschen unter dem Gesetz, wie die Glaubens- und Gewissensfreiheit der Bürger. Ein Beispiel für den Liberalismus ist die FDP, die Freie Demokratische Partei. Diese liegt, wie auch auf dem Parteienspektrum zu sehen, zentral und auch nah an der SPD, die jedoch als sozialdemokratischer angesehen wird. Ein Grund dafür ist, dass einige Punkte, wie die Pressefreiheit, Glaubens- und Meinungsfreiheit, in beiden Parteien im Fokus stehen. 

 

Ein weiteres Parteienbeispiel für eine Partei, die zwischen zwei Strömungen liegt, ist die CDU/CSU, welche ursprünglich konservativ gerichtet ist und sich nun mehr in Richtung des liberalen, sozialen Stromes bewegt. Im Ursprung vertreten konservativ gerichtete Menschen die Meinung, dass man die alten Strukturen und Wertvorstellungen beibehalten sollte, wobei dann z.B. eine Reformation des Regierungssystems oder ein Handelsabkommen erst solange beraten werden muss, bis eine absolute Sicherheit, dass diese auch dem Wohle der Bevölkerung entspricht, gegeben ist. Desweiteren ist es wichtig, die eigenen Interessen des Landes zu bewahren und diesen mehr Relevanz einzuräumen.

 

Eine rechter gerichtete Partei bzw. Strömung ist der Nationalismus, der sich mehr auf die patriotischen Wertvorstellungen der Bevölkerung stützt und diesen mehr Relevanz einräumen will. Desweiteren ist auch eine auf andere Kulturen, Ethnien und Länder herabsehende Positionierung dieser Strömung festzustellen, wobei dann das eigene Land als wichtiger und besser betrachtet wird, wodurch dann Gesetz- und Abkommensvorschläge, die auch andere Länder unterstützen, von nationalistischen Parteien nicht zu erwarten sind. Als Beispiel kann man die NPD nehmen, welche, wie man der oberen Grafik entnehmen kann, als rechteste Partei eingestuft wird. 

 

Zum Abschluss kann man sagen, dass sich die wahlberechtigte Bevölkerung Deutschlands durch diese große Auswahl an Parteien und damit auch an Meinungen und Wertvorstellungen nicht, wie im System der USA, zwischen genau zwei Parteien entscheiden muss, sondern aufgrund der Abstufungen in die linke/sozialistische und in die rechte/konservative Richtung ihre Meinungen und Werte besser vertreten lassen kann. Andererseits kann dies auch dazu führen, dass es bei den Wahlen keine Partei eine eindeutige Mehrheit erreicht und man eine Neuwahl beginnen muss.

 

Autoren: Baris Bozdag & Kian Sharif

 

 

 

Quellen:

 

http://www.politik-lexikon.at/konservatismus

http://www.realdemokratie.de/rechtspopulismus.html

http://www.wasistwas.de/archiv-geschichte-details/was-ist-kommunismus.html

http://www.fdp.de/content/grundsatzprogramme

http://www.hanisauland.de/lexikon/l/liberalismus.html

http://www.hanisauland.de/lexikon/n/nationalismus.html

http://www.bpb.de/lernen/grafstat/fussball-und-nationalbewusstsein/185324/m-02-21-begriff-nationalismus

http://www.de.wikipedia.org/wiki/Kommunismus

http://www.bilder.t-online.de/b/76/32/03/24/id_76320324/tid_da/index.jpg

http://www.teachsam.de/geschichte/ges_deu_weimar_18-33/wei_parteien/wei_par1.htm